Die Toten der Wälder – Der Wald des Todes

Als ich 2017 begonnen habe, die Toten der Wälder zu verfassen, da hatte ich für die Wälder rund um Stinarsund ein sehr konkretes Bild im Kopf. Das Bild meiner Heimatwälder, wie ich sie lange Zeit mit meinen beiden Hunden durchwandert habe.

Der Kinnbart des modernen schwedischen Waldes: „Wir lassen eine Reihe stehen“

Ich war tatsächlich jemand, der gerade am Wochenende oft praktisch in den Wälder gelebt hat. In Zelten und kleinen Waldhütten, umgeben von dem dichtesten Nadelgrün, das man sich nur vorstellen kann. Der Serienmörder in Die Toten der Wälder mag eine fiktive Figur sein – aber in gewissen Belangen kenne ich ihn ganz gut.

Au weia… Mir ist in meinem gesamten Leben keine so zerstörte Waldfläche begegnet

Zurzeit streife ich in Vorbereitung des nächsten Buches wieder durch die Wälder meiner Heimat – was an vielen Stellen kaum frustrierender sein könnte. Seit der veritablen Ankunft der Borkenkäfer in allen ihren Erscheinungsformen sowie anderer eingeschleppter globaler Schädlinge, die keine natürlichen Feinde haben, sehen manche Wälder aus wie „The day After“. Oft merkst Du das von der Straße aus gar nicht. Da hat man eine Reihe Bäume stehen lassen – vielleicht, damit es für die Touristen nicht so dramatisch wirkt.

Vor 3 Jahren war es hier noch stockdunkel und es herrschte ein präsenter Geruch von Nadelholz

Geht man hinter diese Linie, wirkt es an viele Stellen tatsächlich genau so: Dramatisch. Die Funktionszusammenhänge sind auch Klimawandel Leugnern leicht nachvollziehbar zu erklären: Durch die trockenen Sommer sinkt der Harz-Druck im Baum. Das ist so, als hätte man als Mensch keine weißen Blutkörperchen. Du schneidest dich in den Finger und es tropft…
und tropft…..
und tropft……..

Und so geht es den Bäumen mit den Borkenkäfern. Das Ergebnis der Reaktion, die hier forstseitig stattfinden muss, ist alarmierend und erschreckend. Eine Geschichte, wie in „Die Toten der Wälder“ beschrieben, kann in einem solchen Szenario gar nicht mehr stattfinden. Man projiziere diese Entwicklung auf ein komplettes Land wie eben Schweden, das einen gigantischen Anteil an Nadelbäumen hat. 97% der Waldfläche sind hier sogenannter „Kulturwald – ein irreführender Begriff, korrekt wäre vermutlich „Holzproduktion(swald)“ zu sagen.

Aber man ahnt es: In einem solchen Thema steckt durchaus auch eine Wurzel für literarischen Mord- und Todschlag. Das Thema ist hoch emotional. Und es ist vielleicht kein Zufall, dass Greta Thunberg aus Schweden stammt.

 

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